Das verstrahlte siebte Jahr

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Potsdam, 11.03.2018 – Schaut man am heutigen Sonntag über die Fußgängerzone in der Brandenburger Straße blockieren Bauschuttsäcke den Blick. Die Säcke tragen japanische Schriftzeichen und die Aufschrift, welche klar vor dem Inhalt warnt: “Atomkraft ist todsicher!” Die Säcke symbolisieren die Situation in der Region Fukushima, dort stehen an über 147.000 Lagerplätzen sogenannte Big Bags, die mit radioaktiv verstrahltem Erdboden gefüllt sind. Dieser (8,4 Millionen Kubikmeter) wurde als Maßnahme zur Dekontamination aufwendig aus der durch den Super-GAU am 11. März vor sieben Jahren verstrahlten Region Fukushima abgetragen.

“Die erschreckend große Menge an Big Bags zeigt ganz deutlich die unberechenbaren Folgen durch die Nutzung von Atomkraft!”, sagt Stefan Kruse von Greenpeace Potsdam. “Es ist traurig, was die Menschen jetzt in Fukushima ertragen müssen. Wir sollten so ein Risiko hier in Europa nicht in Kauf nehmen und deshalb müssen wir schnellstmöglich aus der Atomkraft aussteigen!”, so Kruse weiter.

Problem des strahlenden Mülls bleibt ungelöst

Durch den Super-GAU vor sieben Jahren im AKW Fukushima Daiichi wurden weite Teile der Präfektur Fukushima radioaktiv verseucht. Diese müssen aufwendig dekontaminiert werden, unter anderem trägt die Regierung den Oberboden ab. Das kontaminierte Material landet in großen, schwarzen Big Bags, die an Lagerstätten irgendwo im Wald, am Straßenrand oder neben dem Haus gestapelt werden. Mehrere Millionen Tonnen Plastiksäcke, insgesamt 8,4 Millionen Kubikmeter radioaktiver Abfall. Dieser erfolglose Versuch - wie Greenpeace-Messungen mehrfach gezeigt haben - einen ganzen Landstrich von Radioaktivität zu befreien, zeigt, dass die Auswirkungen der Atomkatastrophe nicht kontrollierbar sind und das Leben in der Region nicht mehr möglich ist. Von Sicherheit kann keine Rede sein, doch die Menschen müssen nun in die noch kontaminierten Gebiete zurückkehren.

Die Katastrophe in Fukushima hat erneut deutlich gemacht, dass Atomkraft nicht zu kontrollieren ist. Noch viele Generationen werden mit dem Erbe dieser Technologie zu kämpfen haben. Atomkraftwerke sind weiter in Deutschland und Europa in Betrieb, so wird weiterhin hochradioaktiver Atommüll produziert, obwohl ein sicheres Endlager nicht in Sicht ist. Greenpeace fordert den Ausstieg aus der Atomenergie, kein Wiederanfahren der abgeschalteten Atomreaktoren, kein Zubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke und ambitionierte Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Fotos von der Aktion finden Sie in unserem Flickr-Album .

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