Fischbrötchen 2050 in Potsdam

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Am Samstag, den 27.02.2016, konnten Verbraucher*innen von heute ein Produkt von morgen genießen: Fischbrötchen aus dem Jahr 2050. Wie die Standbesucher*innen von Greenpeace Potsdam schnell feststellen mussten, befand sich kein Fisch, sondern nur vegane Remoulade auf den vielen Brötchen. Je nach Geschmack nicht unbedingt eine schlechte Alternative, doch für solche, die weiterhin bewusst und maßvoll Fisch essen wollen, verteilte Greenpeace Potsdam spezielle Einkaufsratgeber für einen verantwortungsvollen Fischkonsum.

Überfischung bedroht die Fischbestände

Die kommerziell genutzten Fischbestände unserer Meere sind in einem höchst  bedrohlichen Zustand: Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass weltweit die Hälfte aller Fischbestände bis an ihre Grenzen genutzt ist. Allein in Europa sind bereits 88% der Bestände überfischt, wovon sich 30% außerhalb sicherer biologischer Grenzen befinden und sich möglicherweise nicht mehr erholen. Wissenschaftler prognostizieren bis 2050 einen Kollaps der meisten kommerziellen Fischereien. Gründe für diese dramatische Lage sind im viel zu hohen Fischverbrauch, nicht nachhaltigen Fangmethoden und –quoten zu finden. Insgesamt dominiert kurzfristiger Profit über langfristige Nutzung. In Deutschland wird unglaublich viel Fisch gegessen, laut der Welternährungsorganisation FAO verspeist jeder knapp 16 kg pro Jahr. Um den weltweiten Bedarf an Fisch von 100 Millionen Tonnen jährlich zu decken, suchte man nach Alternativen zum Wildfang und fand in Aquakulturen eine vermeintliche Lösung. Jedoch schafft die Zucht von Meeresfrüchten und Fischen weitere Probleme: Viele Zuchtfische benötigen wiederum Fisch als Nahrung. Für die „Produktion“ von zum Beispiel einem Kilo Lachs sind meist bis zu vier Kilo Fischmehl nötig. Somit tragen Aquakulturen ebenfalls zur Überfischung bei.

Nachhaltigkeit und Transparenz notwendig

Die Lösung lautet: nachhaltiger Fischfang mit schonenden Fangmethoden und die Einrichtung von großflächigen Schutzgebieten. Verbraucher*innen können gegen die drohende völlige Erschöpfung der Fischbestände vorgehen, indem sie bewusster und seltener Fisch kaufen. Wenn Fisch als die Delikatesse behandelt wird, die er ist, werden wir auch noch in Zukunft ein schmackhaft gefülltes Fischbrötchen genießen können.

Publikationen

  • PDF icon Einkaufsratgeber FischPDF |454.66 KBDer Greenpeace-Fischratgeber gibt Antworten darauf, welcher Fisch guten Gewissens auf den Teller darf. Und er liefert Infos zu mehr als 100 Speisefischarten. Erhältlich ist der Ratgeber als App (Apple App-Store und Google Play-Store)