(K)eine Mammut-Aufgabe

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Greenpeace Aktivisten aus Berlin und Potsdam protestierten am 30.01.2016 in Berlin bei Mammut gegen gefährliche Chemikalien in Outdoor-Produkten. Eine Korrektur des Markenlogos haben sie den Mammut-Geschäften in Berlin verpasst: An die Schaufenster klebten sie Folien eines skelettierten Mammuts. Es trug eine Banderole „mit gefährlicher Chemie“ oder mit dem geänderten Werbespruch der Marke: „Absolute alpine. Absolute polluter!“.

Hintergrund der Aktion ist der aktuelle Test von 40 Outdoor-Produkten auf umwelt- und gesundheitsschädigende per-und polyfluorierten Chemikalien (PFC), davon sechs Produkte von Mammut. In allen Artikeln wurden PFC festgestellt, darunter die krebserregende Perfluoroktansäure ( PFOA). PFOA ist im Tierversuch krebserregend. Die gemessenen Konzentrationen lagen um ein Vielfaches  über dem schon in Norwegen geltenden Grenzwert von einem Mikrogramm pro Quadratmeter (1,0 µg/m²). Aber auch andere PFC stehen unter Verdacht, krebserregend zu sein oder die Fortpflanzung zu beeinträchtigen. PFC werden durch natürliche Prozesse kaum abgebaut. Einmal in der Umwelt freigesetzt, verteilen sie sich überall auf dem Globus. Bei Probenahmen von Schnee und Wasser im Jahr 2015 fanden Greenpeace-Expeditionen in den entlegensten Ecken der Welt Spuren der Chemikalien. Sogar im Trinkwasser und im Blut sind die schädlichen Stoffe nachweisbar. Über Nahrung, Luft und Trinkwasser gelangen sie schließlich wieder zum Menschen. Studien stellen für einige der PFC einen Zusammenhang mit Schilddrüsenerkrankungen und Immunstörungen her, manche werden sogar mit krebserregenden Eigenschaften assoziiert.

Mammut lebt für die Natur?

Die Liebe zur Natur endet bei Outdoor-Marken wie Mammut, wenn es um den Einsatz von Chemikalien geht. Es werden hochgerüstete Textilien angeboten, die ein Taucher, Feuerwehrmann oder Astronaut benötigt, aber kein normaler Wanderer. Entgiften ist keine Mammut-Aufgabe. Mit der Kampagne Detox fordert Greenpeace Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien wie PFC durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. Marken wie Fjällräven, Paramo, Pyua, Rotauf und R’adys zeigen längst, dass Funktionskleidung auch für hohe Ansprüche frei von giftiger Chemie sein kann. Auch Outdoor-Marken wie Mammut müssen gefährliche Chemikalien aus der Produktion verbannen und auf eine saubere Produktion umstellen!

Als Marken, die vorgeben, die Natur zu lieben und Naturliebhaber zu respektieren, müssen Outdoor-Marken die Führung für eine bessere Umwelt übernehmen, indem sie echtes und glaubhaftes Engagement zeigen, keine gefährlichen Chemikalien mehr zu nutzen.

Publikationen

Weiterführende Links

Fordern Sie von The North Face und Mammut, PFC aus der Produktion zu verbannen!