Massentierhaltung bei Lidl

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Greenpeace-Aktivisten verwandeln Lidl-Markt in Potsdam in einen konventionellen Schweinestall

Gegen die Bedingungen in der Tierhaltung für die Lidl-Billigfleischmarke „Landjunker“ protestierten Greenpeace-Aktivisten am 18. Januar 2018 am Lidl-Markt im Horstweg 96 in Potsdam. Dazu verwandelten sie den Markt optisch in einen konventionellen Schweinestall. Großflächig auf die Fenster geklebte Fotos zeigen die Tiere in ihren viel zu engen Ställen, über Lautsprecher ist das aufgeregte Quieken vieler Schweine zu hören. Es klingt als würden die Kunden direkt in einem Mastbetrieb einkaufen gehen. „Für Discounter-Billigfleisch leiden Tiere millionenfach in deutschen Ställen“, sagt Esther Hemmens von Greenpeace Potsdam. „Zu viel Gülle aus den Ställen verschmutzt unser Trinkwasser und der hohe Einsatz von Antibiotika sorgt für immer mehr multiresistente Keime in der Umwelt. Lidl muss umdenken und seinen Kunden Fleisch von Tieren aus besserer Haltung liefern.“

Konventionelle Haltung verstößt gegen das Tierschutzgesetz    

Die Potsdamer verbrauchen statistisch gesehen 8700 Tonnen Schweinefleisch pro Jahr. Würden sie diesen Bedarf selbst decken wollen, müssten sie 29 durchschnittlich große Mastställe in der Stadt akzeptieren - mit allen drastischen Umweltfolgen und tierquälerischen Zuständen in der Mast. In einem Rechtsgutachten hat Greenpeace die Schweinehaltung in Deutschland genau beleuchtet und kommt zu dem Schluss, dass die gesetzlich zulässigen Standards gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Sie werden den Bedürfnissen der Schweine nicht gerecht: Statt acht Stunden Wühlen auf der Suche nach Pilzen, Wurzeln und Würmern beispielsweise bekommen die meisten Schweine zweimal täglich Futter vor die Nase gekippt – und vertilgen dieses in wenigen Minuten im Streit mit dicht stehenden Artgenossen. Daneben ist ihr kurzes Leben wenig artgerecht, viele Tiere erleiden Schmerzen oder werden krank (vollständiges Rechtsgutachten unter http://gpurl.de/iNK6z). Das Bundesland Berlin folgt der Greenpeace-Argumentation und will nun mit einer Normenkontrollklage vor dem Bundesverfassungsgericht bessere Haltungsbedingungen erstreiten.

Tierwohl-Siegel führt in die Irre

Verbesserte Haltungsbedingungen suggeriert auch das Siegel der „Initiative Tierwohl“, das Supermärkte wie Lidl und Aldi auf ihre Fleischverpackungen drucken. Doch die „Tierwohl“-Vorgaben genügen den Anforderungen des Tierschutzgesetzes ebenfalls nicht. Hinzu kommt: Obwohl nur ein Bruchteil des Lidl-Schweinefleisches wirklich aus „Tierwohl“-Haltung stammt, wird das Logo auf alle Produkte gedruckt. Das Bundeskartellamt fordert daher Nachbesserungen.

Mehr Transparenz bei Labeln und Siegel auf Fleisch schafft Greenpeace auch online im Facebook Messenger. Alle Infos dazu finden Sie unter  www.greenpeace.de/chativist.

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