"Spur wechseln"

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Greenpeace-Aktivisten aus Potsdam befragen Verkehrsteilnehmer zum Start der testweisen Verengung der Zeppelinstraße.

Zum Start der Fahrbahnverengung Anfang Juli befragten Greenpeace-Aktivisten aus Potsdam Passanten während des nachmittäglichen Berufsverkehrs an der Zeppelinstraße, welcher Anreiz für sie notwendig wäre, damit sie auf den Öffentlichen Personennahverkehr umsteigen. Die beste Alternative ist natürlich das Fahrrad, daher fordern die Aktivisten auf ihrem eineinhalb mal zwei Meter großem Banner „Auf‘s Fahrrad und jetzt Spur wechseln!“

Bei der Umfrage haben sich über 70 Personen beteilig. Sie fanden dabei unter anderem heraus, dass sich die direkt durch die Verengung der Autofahrspur betroffenen Personen einen verbesserten Anschluss der umliegenden Ortschaften, durch erhöhte Taktung von Zügen und Bussen, wünschen. Viele der befragten Personen begrüßten die neue Fahrradspur stadtauswärts. Einige haben bemängelt, dass die Busse und Straßenbahnen keine Vorrangspur auf der gesamten Zeppelinstraße bekommen haben. Des Weiteren befürchteten einige der Befragten, dass während des Modellversuchs die Autofahrer alternative Routen wählen und so zum Beispiel die Geschwister-Scholl-Straße mehr befahren wird.

Wir wollen alle in einer sauberen Stadt leben, dazu gehört schließlich auch die Luft, die wir atmen. Die Maßnahmen waren längst überflüssig, denn die Schadstoffwerte liegen seit Jahren über dem Grenzwert“, empört sich Stefan Kruse von Greenpeace Potsdam. „Wer jetzt auf das Fahrrad umsteigt, hilft nicht nur mit, die Schadstoffbelastung zu senken, sondern auch Lärm zu vermeiden! Damit werden die Anwohner entlastet und man macht auch was für seine Gesundheit.“, so Kruse weiter.

An der Zeppelinstraße, eine der meistbefahrenen Straßen Potsdams, liegt die Luftschadstoffbelastung an Stickstoffdioxid jahrelang über dem in der EU geltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3). In einem sechsmonatigen Modellversuch testet nun die Stadt, ob eine Verringerung der Autospuren in der Zeppelinstraße zu einer Senkung der überhöhten Stickstoffdioxidwerte führt. Um den Umstieg vom Auto in dieser Zeit zu erleichtern, hat die Stadt mehrere Maßnahmen eingerichtet. Es werden unter anderem ein Vorrangstreifen, Park and Ride-Parkplätze am Bahnhof Pirschheide und ein Fahrradstreifen stadtauswärts eingerichtet. Der Umstieg vom Auto ist sogar der Wunsch von vier von fünf Deutschen, wie das Umweltbundesamt bei einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage feststellte.

Publikationen

Weiterführende Links

Gesundheitsstudie zu Stickstoffdioxid (Greenpeace)
Städteranking zur nachhaltigen Mobilität (Greenpeace)
Umweltbewusstsein in Deutschland (repräsentative Bevölkerungsumfrage des BMUB, UBA)
Luftschadstoffe in Deutschland (UBA)

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