Tierische Täuschung

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Für eine transparente Kennzeichnung von Supermarkt-Fleisch demonstrierten Greenpeace-Aktivisten am 19. und 22. April 2017 vor verschiedenen Lidl-Filialen in Potsdam. Die Kunden konnten per Postkarte Fragen zur Fleischproduktion direkt an Lidl stellen. „Beim Kauf von Lidl-Fleisch weiß niemand, ob die Tiere leiden mussten, ob Antibiotika eingesetzt wurden oder gentechnisch verändertes Tierfutter im Trog gelandet ist. Das muss Lidl ändern“, sagt Sophie Bortlik von Greenpeace Potsdam. „Wir fordern von Lidl, mit gutem Beispiel voranzugehen. Der Discounter soll freiwillig und ehrlich auf den Produkten seiner Eigenmarke Landjunker seine Kunden über die Herkunft und die Haltung der Tiere informieren.“ In Dänemark zeigt der Discounter bereits, dass es besser geht. Dort verkauft Lidl Fleisch von Schweinen, denen kein Antibiotikum verabreicht wird, die nicht mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert werden und die ihre Ringelschwänze behalten dürfen.

Greenpeace hat bei allen großen deutschen Supermarktketten nachgefragt, aus welcher Tierhaltung ihr Fleisch stammt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Supermärkte tun zu wenig, um sich von den schwachen gesetzlichen Mindeststandards abzuheben. Diese lassen es zu, die Ringelschwänze der Schweine abzuschneiden und sie ohne ausreichend Tageslicht, ohne Auslauf auf engstem Raum zu halten. Die Vorgaben der vom Einzelhandel ausgerufenen „Initiative Tierwohl“ sind kaum besser als die gesetzlichen Mindeststandards. Auch hier bleibt die Haltung der Tiere nach wie vor mangelhaft. Zudem landet Gentechnik im Futtertrog und den Landwirten werden keine fairen Preise gezahlt.

Lidl und Aldi sind Preisdumper der Fleischbranche

Mit dem Logo der Initiative werben besonders Lidl und Aldi massiv auf ihrem Fleischangebot. Der Großteil des Fleisches kommt jedoch nicht aus Betrieben der Initiative, sondern aus umweltschädlicher Massentierhaltung. „Der gesamte Einzelhandel redet sich mit seiner ‚Initiative Tierwohl‘ aus der Verantwortung heraus. Das grenzt an Verbrauchertäuschung“, sagt Sophie Bortlik. Die Supermärkte – vor allem die Discounter – drücken die Preise für Fleisch. Sie locken die Kunden mit Angeboten in den Laden, ohne transparent zu machen, welche Folgen die billigen Preise für Tiere und Umwelt haben. „Wir fordern von Lidl, kein Billigfleisch mehr zu verkaufen. Der Discounter muss erklären, wie er die Haltung seiner Tiere verbessern wird“, sagt Sophie Bortlik.

Fordert Lidl auf, in Zukunft nur noch Fleisch aus einer tiergerechteren und umweltschonenden Produktion anzubieten und mit klaren Kennzeichnungen auf allen Fleischprodukten für Transparenz bei der Tierhaltung und Herkunft zu sorgen! www.greenpeace.de/lidl-hat-die-wahl

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