Baggerrad vor Brandenburger Tor

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Mit einem fünf Meter hohen, luftgefüllten Schaufelrad eines Braunkohlebaggers protestierte Greenpeace Potsdam am Samstag den Vorplatz des Brandenburger Tores gegen klimaschädliche Energiegewinnung aus Braunkohle. Mit dem riesigen Schaufelrad tourt die unabhängige Umweltschutzorganisation bereits seit Mitte Mai durch Deutschland, Tschechien und Polen. In 27 Städten kam es bisher zum Einsatz, darunter Köln, Leipzig und Berlin sowie Warschau und Prag. In Deutschland prangern die Aktivisten neben der verfehlten Kohlepolitik der Bundesregierung vor allem die Energiepolitik der Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen an, die trotz bekannter Risiken immer noch auf Braunkohle setzen.

Der Abbau und die Verfeuerung von Braunkohle setzt enorme CO2-Emissionen frei und heizt so den Klimawandel weiter an. Für neue Tagebaue müssen tausende Menschen ihre Heimat verlassen. Die rot-rote Landesregierung Brandenburgs gab im Juni grünes Licht für die Zerstörung des Ortes Proschim sowie Teile der Stadt Welzow für den Tagebau Welzow-Süd II. „Ganze Landstriche werden zerstört, um den Klimakiller Braunkohle aus der Erde zu holen. Menschen werden dafür zwangsumgesiedelt. Wir sehen dabei nicht tatenlos zu. Wir fordern einen Ausstieg aus der Kohle“, sagt Kristin Braun, Sprecherin der Greenpeace-Gruppe Potsdam.

Am gleichen Tag gab es Protestaktionen gegen Braunkohle in sechs weiteren Bundesländern. Im rot-grün regierten Nordrhein-Westfalen, wo der Konzern RWE mehrere Tagebaue und Braunkohlekraftwerke betreibt, gingen Menschen in Bonn und Köln auf die Straße. In Sachsen, wo im Frühjahr erst ein weiterer Tagebau von der schwarz-gelben Landesregierung beschlossen wurde, protestierten Braunkohlegegner in Leipzig und Dresden. In Berlin gingen bereits am Freitag Braunkohlegegner auf die Straße. Darüber hinaus gab es Proteste in Bayern, Thüringen und Niedersachsen. Die Aktionen weisen auf die internationale Menschenkette gegen Braunkohle in der Lausitz am 23.08.2014 hin.

Menschenkette gegen Braunkohle von Polen nach Deutschland

Südöstlich von Berlin wird in der deutsch-polnischen Region Lausitz schon seit mehr als 100 Jahren Braunkohle gefördert. Mehr als 135 Orte wurden für die gigantischen Tagebaue bisher zerstört, die Menschen vertrieben und mehrere Milliarden Tonnen CO2 über die Kraftwerksschlote in die Atmosphäre geblasen. Die Regierungen von Sachsen, Brandenburg und Polen planen hier weitere riesige Kohlegruben. Tausende Menschen müssten dafür ihre Heimat verlassen, die Einhaltung deutscher Klimaschutzziele würde in weite Ferne rücken. Für den 23. August rufen Greenpeace und andere Organisationen zu einer internationalen Menschenkette gegen weitere Tagebaue in der Lausitz auf. Die Kette soll quer über die Neiße führen und die von der Abbaggerung bedrohten Orten Kerkwitz (Deutschland) und Grabice (Polen) verbinden. 

 

Weiterführende Links

Alle Informationen zur Anti-Kohle-Kette unter www.humanchain.org

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