Braune Spree am Neuen Landtag

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Potsdam, 18.01.2014 - Anlässlich der Eröffnung des neuen Brandenburger Landtags im wieder aufgebauten Potsdamer Stadtschloss fand am 18. und 19. Januar ein Tag der offenen Tür für interessierte Bürger statt. Greenpeace Potsdam informierte währenddessen am Samstag am Alten Markt neben dem Landtagsschloss über die schmutzigen Folgen der braunkohlefreundlichen Politik der rot-roten Landesregierung.

Denn diese plant einen neuen Tagebau in Brandenburg zu erschließen. Dabei sind bereits jetzt die Folgen der Braunkohleverstromung gravierend: Die CO2-Emissionen aus der Verbrennung dieses extrem klimaschädlichen Energieträgers tragen stark zum Klimawandel bei, die Gewässer in der Lausitz bis hin zum Spreewald leiden unter den aus den Kippen ausgewaschenen Stoffen wie Eisenhydroxid und Sulfat und außerdem beeinträchtigen zahllose Luftschadstoffe von Feinstaub bis Schwefeloxide die Gesundheit der rund um die Kraftwerke lebenden Menschen. Auf den aufgebauten Stelltafeln konnten sich Passanten über all diese Themen informieren. Besonders viele neugierige - und erschreckte - Blicke zog jedoch das mit rund 50 Litern rostbraunem Wasser gefüllte Aquarium auf sich. Der Inhalt war am Tag zuvor von Greenpeace Potsdam aus dem kleinen Fluss Wudritz, einem Spreezufluss am Rande des Spreewaldes, entnommen worden. Viele Passanten konnten kaum glauben, dass dieses Wasser in der Realität so aussieht!

Braunes Wasser zur Landtagseröffnung in Potsdam

Ohne eine Lösung für die bestehenden Probleme zu haben, will die rot-rote Regierung in Brandenburg nach Möglichkeit in diesem Jahr einen neuen Tagebau - Welzow Süd II - beschließen. Dieser sowie das von dem Tagebau bedrohte Dorf Proschim wurde ebenfalls auf einer Tafel vorgestellt. Eine fünfte Tafel räumte mit dem Mythos der "subventionsfreien" Braunkohle auf - denn dieser vermeintlich billige (sowieso nur ohne die Einberechnung der oben genannten Folgen) Energieträger wird über Rabatte beim Wasserentgelt, der EEG-Umlage und Fördergebühren von Land und Bund jährlich mit mindestens 87 Millionen Euro gefördert.