Kohleausstieg jetzt!

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"Energiewende heißt Kohleausstieg! - Keine neuen Tagebaue!"

Atterwasch, 31.10.2013 - Bei strahlendem Sonnenschein fand am Reformationstag zum zweiten Mal das Dorffest für Heimat und Zukunft im kleinen brandenburgischen Dorf Atterwasch statt, welches - ebenso wie die benachbarten Dörfer Grabko und Kerkwitz - von den Planungen zum Braunkohletagebau Jänschwalde Nord bedroht ist. Umgeben von Bauernhäusern und bunten Gärten fanden sich Bewohner und zahlreiche Besucher zusammen, um sich für den Erhalt des Gebietes und aller Dörfer einzusetzen. Auch Greenpeace war wie im letzten Jahr wieder dabei.

In der Kirche, einem architektonischen Kleinod mit Resten aus dem 13. Jahrhundert, hielt Pfarrer Matthias Berndt eine Rede über den Erhalt der Schöpfung. Darin wies er auf die Parallelen zwischen der christlichen Reformation, die an diesem Tag gefeiert wird, und der Energiewende von fossilen Energieträgern zu regenerativen Energien hin.

Viele Stände, Infowände, Banner und Plakate lieferten Informationen rund um die Braunkohletagebaue, deren Folgen, die Planungen sowie über andere technische Abbauverfahren. Dazu gehörte natürlich die Vorstellung der Aktiven, die in Vereinen und Umweltorganisationen im vergangenen Jahr einiges unternommen haben, damit die Zwangsumsiedlungen, die Zerstörung der Landschaft und die Gefahren für Menschen und Umwelt nicht vergessen werden. So scheint das Vergessen besonders bei der Partei "Die LINKE“ eingesetzt zu haben, die als Opposition im Brandenburger Landtag beschlossen hatte, dass es keine neuen Tagebaue in Brandenburg mit ihnen geben wird. Dennoch wird mit "Die LINKE“ als Regierungspartei seit 2009 ein Planungsverfahren zur Abbaggerung des Gebietes Welzow Süd II bemüht. Schon jetzt wirkt sich die Bedrohung auf die Menschen aus, da Unternehmen nicht mehr investieren. Die Versorgungszentren in der Region verschwinden angesichts der fehlenden Zukunft, sodass es für die Bewohner immer zeit- und energieaufwändiger wird, die Waren des täglichen Bedarfs einzukaufen oder einen Tierarzt zu finden.

Bei einer Podiumsdiskussion stellte die Landwirtin Petra Rösch ihren Betrieb vor, welcher auf dem Gebiet des geplanten neuen Tagebaus Welzow Süd Teilfeld II liegt, und führte auf, wie viele Arbeitsplätze, die im Grunde ewig weiter wirtschaften können, durch den kurzfristig lukrativen Kohleabbau vernichtet werden.

Die Heimat zu verlieren, diesen Fakt wirklich begreifbar zu machen, gelang Thilo Kraneis, der nicht nur seinen Geburtsort, sondern auch die Kirche – in der er getraut wurde – mitsamt der Umgebung an den Tagebau verloren hat. Es wurde sich auch über die zum Teil unschönen Praktiken ausgetauscht, die von den Bergwerksbetreibern und den angeschlossenen Interessenvertretern gegen die Menschen, die bleiben wollen, betrieben werden.

Herr Stephan Pütz berichtete vom Verlauf der Anhörung zu seiner Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Tagebau Garzweiler II im Rheinischen Braunkohlerevier, dessen Urteil noch erwartet wird. Die Klage bezieht sich erstmals auf das Recht auf Freizügigkeit, das jedem erlaubt dort zu wohnen, wo er/sie möchte. Wird jedoch jemand gezwungen seinen Wohnort zu verlassen und möglicherweise darauf folgend wieder umgesiedelt, bedeutet das, dass die Person sich tatsächlich nicht aussuchen kann, wo sie leben möchte. Neben der energiepolitischen Notwendigkeit, die für die Verbrennung von Kohle nicht mehr gegeben ist, stimmte diese Argumentation die Betroffenen zuversichtlich. Man hofft, dass damit die geplanten Braunkohletagebaue nicht zugelassen werden.

Die stark vertretene Presse ermöglichte eine gute Medienpräsenz während derzeit in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD auch über die Energiepolitik verhandelt wird.

Mehr Fotos vom Dorffest gibt es hier.

Durch eine neue, dreidimensionale Erlebniswelt namens Kubikfoto kannst du dich über die Umweltzerstörung durch den Braunkohleabbau in der Lausitz anschaulich informieren. Das interaktive Bild mit eingebetteten Video-Sequenzen beschreibt die katastrophalen Folgen des Braunkohleabbaus in Wort und Bild. Menschen, Tiere und Natur werden mit einem Klick zum Sprechen gebracht und zum Leben erweckt.

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