Protest gegen Kantinenangebot

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Fleisch killt Wald und Klima – Greenpeace fordert verbindliche Vorgaben für klimafreundliche Angebote in staatlichen Kantinen.

In 46 Städten protestierten am 12.10.2019 Greenpeace-Gruppen gegen die fleischlastige und klimaschädliche Verpflegung in städtischen Kantinen, darunter auch die Greenpeace Gruppe Potsdam auf dem Markt am Nauener Tor.

Potsdam muss mit gutem Beispiel vorangehen und das Angebot in den öffentlichen Kantinen klimafreundlicher machen.

Das heißt: mehr Bio, mehr vegetarisch und vegan – und vor allem kein Billigfleisch aus Massentierhaltung

Insbesondere die Fleischproduktion ist mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden – auch, weil für den Anbau von Soja-Futter in Südamerika wertvolle Wälder wie der Amazonas-Regenwald zerstört werden.

„Ohne eine Ernährungswende können wir Klima und Wälder nicht schützen“,

sagt Karlotta Markötter von Greenpeace Potsdam.

„Die Städte müssen mit gutem Beispiel vorangehen und das Angebot in den öffentlichen Kantinen klimafreundlicher machen".

Am Greenpeace-Infostand konnten Interessierte dazu an einer Meinungsumfrage teilnehmen, deren Ergebnis der Stadt übergeben werden wird.

Unterstützung in dieser Debatte kommt aus der Wissenschaft: Die Scientists for Future wiesen am 3. Oktober mit einem Offenen Brief auf die Notwendigkeit hin, den Fleischanteil in öffentlichen Kantinen zu reduzieren (https://scientists4lessmeat.org). In den Klimaplänen der Bundesregierung und vieler deutscher Städte spielen Ernährung und Tierhaltung jedoch bisher kaum eine Rolle.

Potsdam hat bereits  den Klimanotstand ausgerufen und besitzt daher eine Vorbildfunktion. Greenpeace-Potsdam fordert deshalb die Stadt auf, die Umstellung der öffentlichen Verpflegung auf 100 Prozent Bio mit stark reduziertem Fleischanteil zu beschließen. Beispiele wie Kopenhagen zeigen, dass eine Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung binnen weniger Jahre gelingen kann.

Amazonas-Brände sind ein Warnsignal

Wie der wachsende globale Fleischkonsum mit der Vernichtung wertvoller Ökosysteme für den Anbau von Soja zusammenhängt, haben die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald gezeigt: Rund 43.600 Quadratkilometer – eine Fläche so groß wie die Schweiz – sind 2019 bis Ende August im Amazonas abgebrannt. Greenpeace fordert deshalb, die Tierhaltung deutlich zu reduzieren und EU-Agrarsubventionen an Umwelt- und Klimakriterien zu binden. Ein Lieferkettengesetz sollte in Zukunft sicherstellen, dass deutsche Unternehmen für zerstörerische Praktiken in ihrer Lieferkette haftbar gemacht werden könnten – das würde auch Produkte aus Waldzerstörung wie Soja oder Palmöl betreffen.

Interessierte, die dieses Anliegen unterstützen möchten, konnten am Infostand eine Unterschriftenliste unterzeichnen.

 

PETITION DER INITIATIVE LIEFERKETTENGESETZ => https://act.greenpeace.de/waldzerstoerer-haftbar-machen

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