Tschernobyl - Wir erinnern uns!

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Menschliches Versagen führte am 26. April 1986 zum Gau in Tschernobyl. 25 Jahre später folgte Fukushima. Anlässlich des Tschernobyl-Jahrestags erinnern wir am 26. April 2019 mit einer Ausstellung und einer Mahnwache an die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl.

Am 26.04.1986 ereignete sich am Atomkraftstandort Tschernobyl, nahe des Ortes Prypjat, der erste Super GAU in der Geschichte der Menschheit. Ein Test ist außer Kontrolle geraten und führte schließlich zur unkontrollierbaren Kettenreaktion. Es folgten Explosionen im Reaktor und die Freisetzung großer Mengen radioaktiven Materials, die sich über Europa verteilten. Der Vorfall wurde von der Sowjetunion verschwiegen und erst nach Feststellung von erhöhter Radioaktivität, gemessen am Atomkraftwerksstanddort Forsmark in Schweden, konnte dies nicht mehr geleugnet werden. Erst am 6. Mai konnte die Lage unter Kontrolle gebracht werden. Die Folgen waren verheerend!
 Hunderttausende Menschen mussten evakuiert werden, weite Landstriche wurden verstrahlt und sind bis heute nicht bewohnbar, viele Menschen wurden direkt hohen Mengen an Radioaktivität ausgesetzt, Zehntausende Menschen starben an den Folgen. Auf die Schrecken folgte eine Anti-Atomkraft Bewegung, besonders getragen von vielen Menschen in Europa. In Folge hat zum Beispiel Österreich beschlossen aus der Atomkraft auszusteigen. Doch konnte weiterhin ein weltweites Festhalten an der Risikotechnologie beobachtet werden. Nicht ohne Konsequenzen. Es bedurfte erst eines weiteren GAUs im März 2011 in Fukushima, welcher die Bundesregierung Deutschlands endlich zum Festschreiben des vielfach geforderten Atomausstiegs brachte. Anlässlich der erschreckenden Ereignisse der beiden größten Atomunfälle (Tschernobyl und Fukushima) zeigten Greenpeace Ehrenamtliche auf dem Luisenplatz in Potsdam eine Ausstellung (von .ausgestrahlt). Die Ausstellung wurde mit einer Mahnwache abgeschlossen. Dabei standen besonders die Menschen im Mittelpunkt, die durch die Folgen der Radioaktivität leiden mussten. Zehntausende Menschen sind in direkter Folge oder durch Langzeitfolgen der Radioaktivität gestorben - völlig sinnlos unter größten Qualen.

Atomkraft ist garantiert unsicher!

Die Folge dieser tragischen Geschehnisse hätte sein können, dass das „Restrisiko“ ernst genommen wird und weltweit aus der Risikotechnolgie ausgestiegen wird. Doch damals wie heute verharmlosen Befürworter der Risikotechnologie das Risiko gerne und führen Atomkraft in der hitzigen Debatte, um die Maßnahmen zur Abwendung des Klimawandels, an. Obwohl (1.) das Risiko von Atomunfällen zu groß ist und (2.) es regenerative Alternativen gibt, die nur ernsthaft ausgebaut werden müssen. Weiterhin sind die schwerfälligen Atomkraftwerke genau der falsche Partner für die Erneuerbaren Energien, die flexible Kraftwerke brauchen, welche in der Lage sind schnelle Schwankungen in der Bereitstellung von Grünstrom auszugleichen und bei Dunkelflauten hochgefahren werden können. Außerdem ist (3.) die Entsorgung des Atomülls noch immer ungeklärt, sowie der Rückbau der Atomkraftanlagen noch Millionen kosten wird und Jahrzehnte dauert. Und (4.) durch Atomkraft wird waffenfähges Plutonium verfügbar. Allein Deutschland werden 2000 kg Plutonium im Jahr produziert – für eine Atombombe reichen 6 kg. Das muss aufhören, hier und weltweit.

Wir müssen uns entschieden gegen Atomkraft in allen Ländern einsetzen. Wir fordern:

  • Ausstieg aus der Atomkraft innerhalb der nächsten zwei Jahre
  • Die Bundesregierung soll sich für einen weltweiten Atomausstieg einsetzen.
  • Ergebnisoffenes Endlagersuchverfahren, nach wissenschaftlichen Kriterien
  • Ausschluss des ungeeigneten Standorts Gorleben aus der Endlagersuche

Weiterführende Links

Fotoalbum auf Flickr
Petition zu EURATOM von .ausgestrahlt
Infoseite über Atomkraft bei Greenpeace Deutschland

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